Installation
B_Can you breath without me?_1
Mit der Entwicklung der Radiologie bis hin zur Tomografie ist der menschliche Körper zu einem durchsichtigen, in seinen Schichten und Funktionen durchleuchtbaren und damit reproduzierbaren Objekt geworden. Für unsere Arbeit haben wir uns damit beschäftigt, wie sich mit diesen technischen Fortschritten das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper und der Blick auf den Menschen als ein Körper verändert hat und wie ersetzbar dadurch der Organismus, der Mensch selbst wird.

Dafür haben wir uns an einen Ort begeben, an dem sich täglich mit der Funktionsweise des menschlichen Organismus auseinandergesetzt wird und der zugleich maßgeblich die Wahrnehmung und Darstellung des menschlichen Körpers in der Gesellschaft beeinflusst und gestaltet: in ein Krankenhaus. Dort haben wir Ärzt*innen und Chirurg*innen bei ihrer Arbeit begleitet. Wir konnten beobachten, wie sich der Mensch unter dem Blick der Chirurg*innen zu einem Objekt, einem reinen, durchsichtigen Körper verwandelt. In der Medizin ist es zur Normalität geworden, dass Organismus und Maschine sich gegenseitig ergänzen, teilweise sogar ersetzen können. Wir fragen uns, wie wird Leben mit einem künstlichen Körperteil wahrgenommen? Wie leicht fällt es, Arbeitsprozesse an Maschinen abzugeben? Wie menschlich kann das Anorganische sein?

Durch unsere Erfahrungen im Krankenhaus, aber auch durch die konkrete Arbeit an der Installation hat sich unser Forschungsgegenstand vom normativen Verhältnis zwischen Ärztin und Patient mehr und mehr auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper verschoben. Dies erscheint uns als Grundlage für die Arzt-Patient-Beziehung und rückte daher in den Mittelpunkt unserer Untersuchungen.

Die Installation ist ein anorganisches Objekt, das in seiner spezifischen Form auf den Organismus verweist und den Betrachter*innen damit die eigene organische Konstitution vor Augen hält. Sie selbst sind die lebendigen Körper, die dem Maschinellen gegenüberstehen und sich durch ihre unabhängige Existenz in ein Verhältnis zu diesem setzen.