Videoinstallation
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Wir interessieren uns vor allem für Kunst- und Schmerzgrenzen. Dabei ist der Begriff der Forschung für uns sehr präsent. Es geht um eine Erforschung der Balance von Kunst und gesellschaftlicher Belastbarkeit, gerne in einer Grauzone von Legalität und Illegalität. Man könnte auch sagen: Wir mögen Provokation.
Im November 2015 haben wir angekündigt, eine Heroin-Performance im Frankfurter Bahnhofsviertel zu zeigen. Wir haben uns damit gegen die Aufwertungsbestrebungen der Initiative Taunusstraße Arts und Bites (TAB) gerichtet. Die Presse berichtete in hoher Frequenz. Der Schirmherr der TAB kritisierte die Kunstaktion stark und kündigte an, dass er alle rechtlichen Maßnahmen ausschöpfen wolle, um die Aktion zu verhindern. Daraufhin zog das Kulturamt Frankfurt seine Förderung zurück. Auch die Galerie, in der die Performance stattfinden sollte, sagte auf Druck ihres Vermieters, einer Immobilienfirma, die Veranstaltung ab. Schließlich sind wir, gefolgt von hundert Zuschauern und einem Tross von Presseleuten, in die Innenstadt gezogen, wo sich eine von uns auf den Stufen des Römers einen Schuss setzte. Die Videos, die wir im Kunstverein zeigen, sollten ursprünglich Teil der Performance sein. Sie funktionieren für sich aber eigentlich besser.
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Als hervorragende Kooperationspartner für unser Projekt haben sich vor allem die Medien entpuppt. Aber eigentlich haben alle ihre Rollen sehr gut gespielt. Vom schmierigen Lokalpolitiker, einer rigorosen Immobiliengruppe, über eine provinzielle Kulturförderung bis hin zur ausgeflippten Künstlergruppe. Das hat unsere ursprüngliche Fragestellung stark verändert von »Wir schauen mal, was ästhetisch bei einer Verherrlichung von Drogenexzess noch zu holen ist«, zu »wie geht eine Echtzeitmedienperformance?«